Die Gäulschenmacher von Niedernhausen

Wenn Du heute an Spielzeug denkst, fällt Dir wahrscheinlich eine riesige Auswahl ein: Plastik, Metall, Elektronik, Kuscheltiere, Baukästen und unzählige andere Dinge, die Du einfach kaufen kannst.

Wenn Du dagegen mehr als hundert Jahre zurückblickst, sieht die Welt ganz anders aus.

Damals war Spielzeug keineswegs selbstverständlich. Viele Kinder besaßen nur wenige Spielsachen, und manches wurde in der Familie selbst hergestellt. Ein Stück Holz konnte zum Pferd werden, ein Stock zum Schwert und aus ein paar Brettern entstand ein kleiner Wagen.

Genau in diese Welt führt Dich die Geschichte der Gäulschenmacher von Niedernhausen.

Denn wenn Du heute durch Niedernhausen gehst, kannst Du Dir kaum noch vorstellen, dass hier einst ein Handwerk zu Hause war, das weit über das Dorf hinaus bekannt wurde: die Herstellung kleiner hölzerner Pferdchen, Wagen und Schaukelpferde.

Die sogenannten Gäulschenmacher prägten Niedernhausen über mehrere Generationen hinweg.

Und ihre Geschichte erzählt Dir nicht nur etwas über Spielzeug, sondern auch über das Leben, Arbeiten und Wirtschaften in einem kleinen Odenwalddorf.

Wenn alte Erwerbszweige verschwinden

Um zu verstehen, warum sich dieses Handwerk gerade in Niedernhausen entwickeln konnte, musst Du zunächst einen Blick auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des 19. Jahrhunderts werfen.

Niedernhausen war damals vor allem landwirtschaftlich geprägt. Doch längst nicht jede Familie konnte allein von der Landwirtschaft leben. Die Bevölkerung nahm zu, und immer mehr Menschen mussten versuchen, auf andere Weise ein zusätzliches Einkommen zu erzielen.

Dabei verschwanden nach und nach einige der traditionellen Erwerbszweige.

Ein gutes Beispiel ist das Weben.

Auch in Niedernhausen wurde Leinwand hergestellt. Wenn Du heute durch den Ort gehst und auf alte Straßen- und Hausnamen achtest, findest Du noch Hinweise auf dieses Handwerk.

So erinnert beispielsweise die Schnurrgasse an die frühere Verarbeitung von Garn und Leinen. Noch deutlicher wird die Verbindung beim alten Hausnamen „’s Wewwersch“.

Dieser Name geht auf die Familie Buß zurück. Über vier Generationen hinweg wurde in diesem Haus das Leinweberhandwerk ausgeübt.

Auch der dazugehörige Flachsanbau verschwand irgendwann aus dem Ortsbild. Doch die Erinnerung daran ist geblieben. Flurnamen wie „Flachskaute“ erinnern Dich noch heute daran, dass Flachs einst zu den landwirtschaftlichen Erzeugnissen der Region gehörte.

Als solche alten Erwerbszweige an Bedeutung verloren, mussten sich die Menschen etwas Neues einfallen lassen.

Industrie, wie Du sie heute kennst, gab es in unserer Region noch nicht.

Also wurde das genutzt, was vorhanden war:

Handwerk, Geschick, Holz und die Arbeitskraft der Familie.

Wie das Gäulschenhandwerk nach Niedernhausen kam

Wie genau das Handwerk der Gäulchenmacher nach Niedernhausen gelangte, lässt sich heute leider nicht mehr eindeutig sagen.

Eine Möglichkeit wäre, dass ein Handwerksgeselle seine Kenntnisse aus einer anderen Region mitbrachte. Dabei wird gelegentlich der Nürnberger Raum genannt, denn Nürnberg und Umgebung waren schon früh für ihre Spielwarenherstellung bekannt.

Ob tatsächlich ein Geselle von dort nach Niedernhausen kam, lässt sich bislang allerdings nicht belegen.

Du solltest diese Verbindung deshalb eher als interessante Möglichkeit und nicht als gesicherte Tatsache betrachten.

Sicherer ist, dass sich in Niedernhausen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Familienbetriebe entwickelten, die sich mit der Herstellung von Holzspielzeug beschäftigten.

Und bei diesem Spielzeug standen die Pferdchen im Mittelpunkt.

Das Gäulschen

Wenn Du Dir ein typisches Niedernhäuser Gäulchen vorstellst, musst Du Dir kein kompliziertes Spielzeug vorstellen.

Es war ein einfaches, aber liebevoll gearbeitetes Holzspielzeug.

Aus Holz entstanden kleine Pferde, Pferde mit Wagen oder andere Fahrzeuge. Auch Schaukelpferdchen gehörten zum Sortiment.

Gerade die Einfachheit machte diese Spielzeuge für Kinder interessant.

Du brauchtest keine Batterien, keinen Motor und keine Elektronik.

Ein kleines Holzpferd genügte.

Die Herstellung selbst war allerdings keineswegs so einfach, wie das fertige Spielzeug vermuten lässt.

Wie aus Holz ein Pferd wurde

Für die Pferdekörper wurde nach der überlieferten Beschreibung häufig Erlenholz verwendet.

Die dazugehörigen Wagen bestanden vielfach aus Espenholz.

In den oft sehr kleinen Werkstätten wurde das Holz zunächst vorbereitet. Teile des Pferdekörpers konnten auf der Drehbank hergestellt werden. Andere Arbeiten erfolgten an der Schnitzbank.

Gesägt, gedreht, geschnitzt und gebohrt wurde mit einfachen Werkzeugen.

Anschließend mussten die Einzelteile zusammengefügt und verleimt werden.

Danach kam Farbe ins Spiel.

Erst durch die Bemalung erhielt das kleine Pferd sein charakteristisches Aussehen.

Und natürlich brauchte jedes Pferd einen Schwanz.

Dafür verwendete man Hanf.

Wenn Du heute ein solches altes Gäulchen in der Hand hältst, kannst Du deshalb noch nachvollziehen, wie viel Handarbeit in einem scheinbar einfachen Spielzeug steckte.

Ein Familienhandwerk

Besonders interessant ist, dass Du Dir die Gäulschenmacher nicht unbedingt als große Fabriken vorstellen darfst.

Am Anfang standen vermutlich kleine Familienbetriebe.

Die Werkstatt befand sich häufig unmittelbar am Wohnhaus.

Dadurch konnte fast jedes Familienmitglied seinen Teil zur Arbeit beitragen.

Der eine übernahm das Drehen.

Der nächste schnitzte.

Ein anderer leimte die Einzelteile zusammen.

Wieder jemand anderes bemalte die fertigen Gäulschen.

So wurde aus einem kleinen Handwerksbetrieb eine gemeinsame Familienarbeit.

Gerade für Familien, die nur über wenig Grundbesitz verfügten, konnte dieses zusätzliche Einkommen von großer Bedeutung sein.

Niedernhausen wird zum Zentrum

Wenn Du Dir vor Augen führst, wie viele Menschen damals auf solche zusätzlichen Erwerbsmöglichkeiten angewiesen waren, wird verständlich, warum sich das Handwerk in Niedernhausen so stark entwickeln konnte.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert soll es im Ort bis zu 20 Betriebe gegeben haben, die sich mit der Herstellung von Holzspielwaren beschäftigten.

Damit war das Gäulchenmachen kein unbedeutendes Nebengewerbe mehr.

Es gehörte zu den prägenden Erwerbszweigen des Ortes.

Wenn Du damals durch Niedernhausen gegangen wärst, hättest Du wahrscheinlich an vielen Stellen Zeichen dieses Handwerks gefunden.

In kleinen Werkstätten wurde gedreht und geschnitzt.

Holz lag bereit.

Fertige Pferdchen warteten auf ihre Bemalung.

Und irgendwo stand vermutlich immer eine Drehbank.

Die Namen der Gäulschenmacher

Einige der damaligen Handwerker sind uns sogar namentlich überliefert.

Dazu gehören unter anderem:

Philipp Becker, Georg Becker, Adam Becker, Philipp Hechler, Georg Marquard, Friedrich Walter, Michael Hörr, Georg Beilstein, Georg Meisenbach, Philipp Späth, Franz Diehl, Fritz Schwebel, Adam Beilstein und Fritz Späth.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Sie geht teilweise auf Erinnerungen zurück, unter anderem auf die Angaben von Ludwig Hechler, und gerade deshalb ist sie für Dich als lokalgeschichtlich Interessierten besonders wertvoll.

Denn viele dieser kleinen Familienbetriebe haben keine umfangreichen Firmenarchive hinterlassen.

Ihre Geschichte steckt stattdessen in alten Erzählungen, Familienunterlagen, Hausnamen und den Erinnerungen der Nachkommen.


Ein Handwerk mit erstaunlicher Reichweite

Vielleicht überrascht es Dich, wie weit die kleinen Holzspielzeuge aus Niedernhausen ihren Weg machten.

Das Handwerk blieb nämlich nicht auf den Odenwald beschränkt.

Die Gäulchen wurden über Händler und Märkte weiterverkauft und gelangten teilweise in weit entfernte Regionen.

Zeitgenössische Überlieferungen berichten sogar von einem Absatz der Odenwälder Spielwaren bis nach Algier und Südamerika.

Wenn Du Dir das einmal vorstellst, wird die Geschichte besonders beeindruckend:

Ein kleines Pferd, das in einer Werkstatt in Niedernhausen entstanden war, konnte möglicherweise Tausende Kilometer entfernt bei einem Kind landen.

Für ein kleines Odenwalddorf war das eine erstaunliche wirtschaftliche Reichweite.

Von der Heimarbeit zum größeren Betrieb

Mit dem wachsenden Absatz veränderte sich auch die Herstellung.

Aus einzelnen Heimarbeitsplätzen entwickelten sich bei einigen Familien größere Betriebe.

Besonders bekannt wurde die Familie Becker.

Die Produktion wurde ausgeweitet und die Erzeugnisse wurden überregional angeboten. Schließlich konnte die Firma sogar auf der Spielwarenmesse in Nürnberg ausstellen.

Damit waren die Niedernhäuser Gäulschenmacher dort vertreten, wo sich die Spielwarenbranche traf.

Du kannst daran erkennen, welchen Stellenwert das Handwerk inzwischen erreicht hatte.

Es war längst nicht mehr nur ein kleines Dorfgewerbe.

Auch die Technik verändert sich

Natürlich blieb auch dieses Handwerk nicht von der technischen Entwicklung verschont.

Bei der Firma von Georg August Becker soll schließlich sogar ein Dieselmotor eingesetzt worden sein.

Damit änderte sich die Arbeitsweise grundlegend.

Wo früher Muskelkraft und einfache Handwerkzeuge ausgereicht hatten, konnten nun Maschinen einen Teil der Arbeit übernehmen.

Das bedeutete eine höhere Produktivität, aber auch einen Wandel des ursprünglichen Handwerks.

Aus der handwerklichen Heimarbeit wurde zunehmend eine mechanisierte Produktion.

Im Landkreis Dieburg

Auch die Zahlen aus den damaligen Gewerbestatistiken zeigen Dir, wie sich das Gewerbe entwickelte.

Um 1850 wurden im damaligen Kreis Dieburg rund zehn Betriebe dieses Gewerbezweigs gezählt.

Etwa drei Jahrzehnte später waren es nur wenige mehr.

Um 1900 erlebte das Gewerbe dagegen noch einmal einen deutlichen Aufschwung. Nun sollen es rund 25 Betriebe im Kreis Dieburg gewesen sein – und ein großer Teil davon befand sich in Niedernhausen.

Doch der Höhepunkt war bereits überschritten.

Schon um 1914 war die Zahl wieder auf etwa 20 Betriebe gesunken.

Die industrielle Produktion und veränderte wirtschaftliche Bedingungen machten es kleinen Handwerksbetrieben zunehmend schwerer.

Das Ende der Gäulschenmacher

Wenn Du die Geschichte weiterverfolgst, erkennst Du einen typischen Prozess, der sich damals in vielen Dörfern abspielte.

Ein Handwerk entsteht.

Es wächst.

Es wird erfolgreich.

Dann verändert sich die Technik.

Neue Produktionsmethoden kommen auf.

Und schließlich kann das traditionelle Handwerk mit der industriellen Fertigung nicht mehr mithalten.

Auch in Niedernhausen kam dieser Zeitpunkt.

Bereits gegen Ende der 1930er-Jahre gab es im Ort nur noch etwa drei Betriebe, die sich mit der Herstellung der Gäulschen beschäftigten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es weiter bergab.

Die letzten Betriebe gaben vermutlich in den 1950er-Jahren auf.

Damit endete in Niedernhausen eine Handwerkstradition, die über mehrere Generationen bestanden hatte.

Doch das Drehen blieb

Und jetzt wird die Geschichte besonders interessant.

Denn mit dem Ende der Gäulschenmacher verschwand das Dreherhandwerk nicht vollständig aus Niedernhausen.

Einige Handwerker suchten nach neuen Produkten.

Ein besonders bemerkenswertes Beispiel sind die Brüder Georg und Karl Meisenbach.

Sie stellten sich bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Herstellung von Schreibgeräten um.

Anstelle von Holzpferdchen entstanden nun beispielsweise Federhalter und andere gedrehte Schreibwaren.

Das war ein cleverer Schritt.

Denn die handwerklichen Fähigkeiten blieben dieselben:

präzise drehen, kleine Werkstücke herstellen, Material bearbeiten und sauber montieren.

Nur das Produkt änderte sich.

Von den Gäulschen zum Federhalter

Du kannst diesen Wandel beinahe als direkte Verbindung zwischen zwei Epochen verstehen.

Früher:

Holz – Drehbank – Gäulchen.

Später:

Material – Drehbank – Schreibgerät.

Aus dem alten Dreherwissen entstand ein neuer Industriezweig.

Die Betriebe von Georg und Karl Meisenbach gaben wiederum anderen Drehern Arbeit.

Damit wurde aus dem alten Handwerk eine neue wirtschaftliche Grundlage für viele Familien.

Besonders die Firma Karl Meisenbach entwickelte sich zu einem bedeutenden Arbeitgeber in Niedernhausen.

Die Geschichte des Ortes änderte sich damit erneut.

Ein Handwerk verschwindet – eine Tradition bleibt

Wenn Du heute nach den Gäulschenmachern suchst, wirst Du in Niedernhausen keine Werkstatt mehr finden, in der diese kleinen Pferde hergestellt werden.

Die Drehbänke sind verschwunden.

Die Werkstätten haben andere Funktionen bekommen.

Die letzten Handwerker sind längst nicht mehr unter uns.

Doch ihre Arbeit ist nicht vollständig vergessen.

Du findest sie in alten Gäulschen.

Du findest sie in Fotografien.

Du findest sie in den Erzählungen älterer Einwohner.

Und Du findest sie in den alten Hausnamen.

Ein besonders schönes Beispiel ist „’s Drehersch“.

Solche Hausnamen sind kleine Zeitkapseln.

Auch wenn Du heute vielleicht nicht mehr weißt, welcher Beruf ursprünglich dahinterstand, erzählt Dir der Name noch immer, was dort einst gemacht wurde.

Die Gäulschen im Museum

Wenn Du Dir ein Bild davon machen möchtest, wie dieses Handwerk tatsächlich aussah, musst Du heute nicht allein auf alte Erzählungen zurückgreifen.

Im Schloss Lichtenberg befindet sich eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Niedernhäuser Gäulschenmacher.

Auch im Regionalmuseum Reichelsheim kannst Du Dich mit dem traditionellen Handwerk der Odenwälder Gäulschesmacher beschäftigen.

Dort werden historische Werkzeuge und Erzeugnisse gezeigt.

So bekommst Du eine Vorstellung davon, wie aus einem Stück Holz ein kleines Pferd entstand.

Die Tradition lebt weiter

Ganz verschwunden ist die Geschichte der Gäulschenmacher aus dem Odenwald übrigens nicht.

Wenn Du heute nach Beerfurth bei Reichelsheim fährst, findest Du dort einen Betrieb, der die Tradition der Odenwälder Holzspielwaren weiterführt.

Natürlich wird dort inzwischen wesentlich stärker mit Maschinen gearbeitet als in den kleinen Werkstätten von Niedernhausen.

Aber die Idee ist geblieben:

Aus Holz entstehen kleine Pferde und andere traditionelle Spielwaren.

Und besonders schön ist, dass auch die Geschichte dieser Familie wieder nach Niedernhausen zurückführt.

Die Vorfahren der heutigen Betreiber sollen das Gäulschenmacherhandwerk einst in Niedernhausen erlernt haben.

Damit schließt sich ein Kreis, der über mehrere Generationen reicht.

Ein kleines Pferd erzählt Dir eine große Geschichte

Wenn Du heute ein altes hölzernes Gäulschen siehst, wirkt es vielleicht unscheinbar.

Ein kleines Pferd aus Holz.

Mehr nicht.

Aber wenn Du seine Geschichte kennst, siehst Du darin plötzlich viel mehr.

Du siehst das Holz, das verarbeitet wurde.

Du siehst den Dreher an seiner Werkbank.

Du siehst die Schnitzbank.

Du siehst die Hände einer ganzen Familie, die gemeinsam gearbeitet hat.

Du siehst die Farbe, mit der das Pferdchen bemalt wurde.

Und Du siehst ein Stück Niedernhausen.

Denn die Gäulschen waren nicht einfach nur Spielzeug.

Sie waren für mehrere Generationen Arbeit, Einkommen und Lebensgrundlage.

Sie waren Teil einer dörflichen Wirtschaft, in der Familien auf ihre handwerklichen Fähigkeiten angewiesen waren.

Und sie waren ein Beispiel dafür, wie sich ein kleines Dorf an wirtschaftliche Veränderungen anpassen konnte.

Vom Gäulschen zum Schreibgerät

Vielleicht liegt gerade darin die spannendste Seite dieser Geschichte.

Das Ende der Gäulschenmacher bedeutete nicht das Ende des Handwerks in Niedernhausen.

Die Fähigkeiten der alten Dreher wurden weitergegeben.

Aus den kleinen Holzspielzeugen entwickelten sich neue Produkte.

Aus dem Dreher wurde der Schreibgerätedreher.

Aus kleinen Familienwerkstätten entstanden größere Betriebe.

Und aus einem alten Handwerk entstand ein neuer Industriezweig.

Wenn Du heute durch Niedernhausen gehst, kannst Du deshalb noch immer Spuren dieser Entwicklung entdecken.

Vielleicht hörst Du einen alten Hausnamen wie „’s Drehersch“.

Vielleicht findest Du in einer Sammlung ein altes Gäulschen.

Oder Du siehst ein historisches Foto der kleinen Werkstätten.

Dann denk daran:

Hier wurden einst Gäulschen gemacht.

Und diese kleinen Holzpferde erzählen Dir eine erstaunlich große Geschichte – über Arbeit, Familie, Erfindungsgeist und den wirtschaftlichen Wandel eines kleinen Odenwalddorfes.

Die Gäulschenmacher von Niedernhausen sind längst verschwunden.

Ihre Geschichte aber gehört bis heute zu Niedernhausen.

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