Der Hindenburgstein
Koordinaten: 49.762993, 8.796176
Eintritt: frei
Öffnungszeiten: frei zugänglich
Parkplätze: Zwischen Lichtenberg und Billings im Wald
Der Hindenburgstein – ein rätselhafter Felsen im Lichtenberger Wald
Direkt am historischen Wasserleitungsweg zwischen Lichtenberg und Billings erwartet Dich ein ungewöhnliches Stück Geschichte: der Hindenburgstein. Du findest den markanten Felsen ganz in der Nähe des Parkplatzes „Heuneburg“ am Ortsende von Lichtenberg. Folge einfach dem Weg in Richtung Billings – der Stein liegt unmittelbar am Wegrand und ist kaum zu übersehen.
Ein kleines Schild weist auf seine besondere Geschichte hin. Darauf steht schlicht:
„Hindenburgstein 1915“
Doch warum trägt ein Felsen mitten im Odenwälder Wald den Namen Hindenburg?
Ein Felsen erinnert an den Ersten Weltkrieg
Der Name geht auf Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg (1847–1934) zurück. Hindenburg war preußischer Generalfeldmarschall und eine der bekanntesten militärischen Persönlichkeiten des Deutschen Kaiserreichs. Später wurde er Politiker und war von 1925 bis 1934 der zweite und letzte Reichspräsident der Weimarer Republik.
Als der Hindenburgstein im Jahr 1915 seinen Namen erhielt, befand sich Deutschland mitten im Ersten Weltkrieg. Hindenburg genoss zu dieser Zeit als militärischer Befehlshaber große Bekanntheit und wurde in der damaligen Öffentlichkeit vielfach verehrt.
Doch was hat das mit Lichtenberg zu tun?
Die Geschichte der Genesungssoldaten
Eine örtliche Überlieferung bringt den Hindenburgstein mit Soldaten des Ersten Weltkriegs in Verbindung, die sich zur Genesung in Lichtenberg aufhielten. In jener Zeit soll sich in dem Gebäude, in dem sich heute das Lichtenberger Institut befindet, ein Genesungsheim befunden haben. Im Volksmund wurde das Gebäude deshalb auch als „Kasern“bezeichnet.
Es wird vermutet, dass genesende Soldaten im Jahr 1915 den markanten Felsen im Wald nach Hindenburg benannten. Der nahe gelegene Wald bot ihnen vermutlich Gelegenheit für Spaziergänge und Erholung abseits des Alltags im Genesungsheim.
Ob diese Geschichte tatsächlich so geschehen ist, lässt sich heute allerdings nicht mehr eindeutig belegen. Gerade diese Mischung aus überlieferten Erzählungen und historischen Spuren macht den Hindenburgstein zu einem spannenden kleinen Rätsel am Wegesrand. Auch heutige Wanderbeschreibungen führen die Benennung auf die Vermutung zurück, dass Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg den Stein so bezeichneten.
Ein kleiner Felsen mit großer Geschichte
Vielleicht wäre der Hindenburgstein ohne seine kleine Tafel einfach nur einer von vielen Granitfelsen im Lichtenberger Wald. Doch die Jahreszahl 1915 macht ihn zu einem besonderen Zeugnis vergangener Zeiten.
Wenn Du hier unterwegs bist, lohnt sich deshalb ein kurzer Halt. Schau Dir den Felsen und die kleine Inschrift an und stell Dir vor, wie dieser Wald vor mehr als hundert Jahren ausgesehen haben mag – und wie Soldaten, die fern ihrer Heimat zur Genesung in Lichtenberg waren, hier vielleicht spazieren gingen.
Der Hindenburgstein liegt außerdem in einer landschaftlich reizvollen Umgebung. Auf Deinem Weg kannst Du weitere interessante Ziele entdecken: die Heuneburg, den historischen Wasserleitungsweg und den alten Lichtenberger Brunnen. Verschiedene Wanderwege verbinden diese Stationen miteinander und machen die Gegend zu einem abwechslungsreichen Ziel für Deine nächste Tour.
Unser Tipp: Verbinde den Besuch des Hindenburgsteins mit einem Spaziergang zwischen Lichtenberg und Billings. So kannst Du Natur, Geologie und Geschichte miteinander verbinden – und dabei immer wieder kleine Spuren entdecken, die von vergangenen Zeiten erzählen.
Und vielleicht kannst Du sogar dabei helfen, das Rätsel um den Hindenburgstein weiter zu lösen: Kennst Du alte Geschichten, Dokumente oder Fotos, die mehr über seine Entstehung und die Genesungssoldaten in Lichtenberg erzählen? Dann freuen wir uns über Deinen Hinweis!
Also, worauf wartest Du? Pack Deine Wanderschuhe ein und entdecke den Hindenburgstein und die vielen kleinen Geschichten, die im Wald rund um Lichtenberg verborgen liegen.




